Auswirkungen & Zukunft


Mit dem Bau und dem Betrieb des Doppelkonverters sind vielfältige Belastungen auch langfristig hinzunehmen. Über die Häufigkeit und Dauer von Reparaturen bzw. Störungsbehebungen sind bisher keine Aussagen getroffen worden:

  1. elektro-magnetische Spannungsfelder
    werden im Umfeld der Anlage und an den Zuleitung entstehen. Über die Intensität und den Radius besteht Unklarheit, weil die Leistung bzw Kapazität nicht bekannt sind. Die gesetzlichen Grenzwerte für Wohnbebauungen liegen in Deutschland bei 100µT (gelesen mikroTesla). Zieht man aber nur vergleichsweise die zulässigen Grenzwerte der Schweiz 1µT bzw. den Niederlanden bei 4 µT heran, wäre ein Mindestabstand von ca. 600m geboten.
  2. Lärmemmisionen
    Die Anlage selber wird auch Kühlaggregate in Betrieb nehmen, die im Sommer mit höherer Leistung arbeiten müssen. Sowohl Transformatoren, als auch die für ihre Kühlung notwendigen Lüfter sowie Schaltvorgänge von Hochspannungsschaltern verursachen Geräusche, die Wohnstandorte beeinträchtigen können.
  3. Lichtemissionen
    Inwiefern durch gezielte Beleuchtung bei Nacht oder grundsätzlich bei Feucht-Wetterlagen Lichteffekte wahrgenommen werden, ist noch bezogen auf den Konverter zu analysieren.
  4. Klimatische Effekte im Westfeld und Innenstadt Neuss
    Das Westfeld hat für die Stadt Neuss lt. Umweltamt eine kühlende und belüftende Wirkung auf das Stadtgebiet. Besonders bei heißen Sommertagen werden durch eine schnellere Abkühlung der Felder in der Nacht in den gewöhnlichen Westwind Wetterlagen kühlere Luftmassen in einer Art Ventilator-Effekt eingeschleust. Durch Versiegelung der Flächen im Westfeld würde die notwendige Abkühlung entfallen und sogar die Situation verschärft, weil die Kühlaggregate zusätzlich Wärme in die Umwelt abgeben.
  5. Ökologie, Fauna und Flora
    In den Arealen der bevorzugten Standorte befinden sich Wasserschutzgebiete sowie schutzwürdige Flächen für Tiere und Pflanzen, die die biologische Vielfalt unterstützen. Der Bau und Betrieb des Konverters würde einen massiven Eingriff in die natürlichen Begebenheiten bedeuten, dessen Auswirkungen nicht vorhersehbar sind. Zudem dürfte das „Erholungsgebiet Westfeld“, das gerne von vielen Kaarster und Neusser Wanderern, Joggern, Radfahrern und Inlineskatern – teilweise als Weg zur Jever Skihalle – genutzt wird, an Attraktivität verlieren.

Zusammenfassend sieht die Bürgerinitiative ‚keinKonverterKaarstNeuss‘ in den bisher von der Firma Amerion bevorzugten Standtorten für den Doppelkonverter Gefahren und Probleme in folgenden Bereichen:

  • Schutzgut „Mensch“
    o Beeinträchtigungen durch elektrische und magnetische Felder
    o Beeinträchtigungen durch Koronaentladungen
  • Schutzgüter „Pflanzen und Tiere“
  • Schutzgut „Biologische Vielfalt“
  • Schutzgut „Boden“
  • Schutzgut „Wasser“
  • Schutzgüter „Klima“ und „Luft“
  • Schutzgut „Landschaft“
  • Schutzgut „Kultur- und Sachgüter“

⇒ siehe dazu auch „Empfehlungen für den Netzausbau aus Umweltsicht“:
Gutachten-Prof.-Dr.-Ing.-Runge 2012, i.A. der BNA

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